Wohnen in Prohlis

HISTORISCHE WURZELN
 

  Die Prohliser Geschichte beginnt nicht erst mit dem Bau von Neu-Prohlis. Das von slawischen Siedlern gegründete Dorf wurde erstmals 1288 unter dem Namen „proles“ erwähnt, was übersetzt soviel wie „Auendorf“ bedeutet.
Hier lebte von 1723 bis 1788 der als Astronom bekannt gewordene gelehrte Bauer Johann Georg Palitzsch, nach dem das Heimatmuseum benannt ist.
1910 gab es in Prohlis 37 Häuser und 431 Einwohner. Es bestanden eine eigene Schule, eine Schmiede, 6 Ziege-leien und sogar ein Schloss, das sich der Freiherr von Kap-herr 1888 hatte errichten lassen. 1921 wurde das Dorf nach Dresden eingemeindet.

Um der latenten Wohnungsnot der Stadt Abhilfe zu schaffen, wurde 1976 bis 1985 Neu-Prohlis errichtet. Ein Entwurf des Architekten Wolfgang Hänsch, der das alte Prohlis in das neue integrieren wollte, wurde nicht um-gesetzt. Den zu diesem Zeit-punkt vollständig erhaltenen Dorfkern eines Stadtteils riss man mit Ausnahme des heutigen Palitzschmuseums vollständig ab. 1985 fiel als letztes das Schloss. Gebaut wurde nach den Plänen des Architekten Dr. Udo Fehrmann. Es entstand ein Plattenbaugebiet mit ca. 10.000 Wohnungen, in denen Mitte der 1980er Jahre ca. 30.000 Menschen wohnten. Die Wohnungen in Prohlis waren zu DDR-Zeiten heiß begehrt: Fernwärme und fließend Heiß- und Kaltwasser waren im Vergleich zu den unsanierten Altbauten ein Privileg.

Im Oktober 1976 konnten mit den Familien Kühn und Bergk die ersten Mieter der Kommunalen Wohnungs-verwaltung Dresden und der AWG „Glückauf“ Süd ihre neuen Wohnungen beziehen. Es wurden zahlreiche Gemeinbedarfseinrichtungen, wie z. B. Kinderkrippen und –gärten und Schulen im unmittelbaren Umfeld errichtet.
Über lange Jahre blieb Neu-Prohlis aber kaum mehr als eine Schlafstadt. Ein geplantes Zentrum mit Laden-passage und kulturellen Einrichtungen wurde nie verwirklicht. Erst 2001 eröffnete das heutige Prohliszentrum, das neben der Versorgung das städtebaulich dringend erforderliche urbane Zentrum für das Gebiet darstellt.

Auch hinsichtlich möglicher Freizeitaktivitäten sah es in Prohlis dürftig aus, nur 3 Lokale luden nach Feierabend ein. Für Kino, sportliche Aktivitäten und ähnliches muss-te man ins Dresdner Zentrum fahren, was aber mit der Anbindung ans Dresdner Straßenbahnnetz 1981 unkompliziert möglich war. 1982 erhielt Prohlis eine eigene Kirche, 1986 wurde die Stadtteilbibliothek eröffnet. 1988 besannen sich einige Ein-wohner auf die historisch länger zurückliegenden Wurzeln des Dorfes und gründeten die Prohliser Heimatstube in den Räumen des Palitzschmuseums.

In den ersten Jahren nach der Wende wurde es still um Prohlis. Das Wohnen in der Platte verlor seinen Reiz, stattdessen waren komfortabel sanierte Altbauten oder das Haus im Grünen gefragt. Mit dem Bau des Prohliszentrums und den jährlich stattfindenden Festivitäten (Prohliser Herbstfest, Familienfest am Pusteblumenspringbrunnen und die sehr beliebten Prohliser Flohmärkte) konnten dem Gebiet neue, Impulse geben. Mit dem neu gebauten Jugendhaus Prohlis entstand 2003 ein Gebäude, das mit seiner experimen-tellen farbenfrohen Gestaltung bewusst einen Gegenpol zu den rechten Winkeln der Umgebungsgebäude setzt. Mit der Inbetriebnahme des Pusteblumenbrunnens am Albert-Wolf-Platz 2009 fand ein weiteres städtebauliches Kleinod seinen Platz in Prohlis.
 

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