Wohnen in Prohlis

ENTWICKLUNG ZUR "SOZIALEN STADT" (AB 1990)
 

Bevölkerungsverlust und Stadtumbau

Im Jahr 1990 wohnten im Gebiet von Prohlis (einschließlich des Sternhausgebietes in Niedersedlitz) noch 27.011 Bewohner. Im Jahr 2008 waren es insgesamt noch 14.679. Vor allen Dingen in den Jahren 1996 bis 2001 kam es zu massiven Bevölkerungsverlusten. War Prohlis mit seinen komfortablen Neubauten vor 1989, auch mangels Alternativen, ein attraktiver Wohnstandort, setzte mit der Wende und der damit einhergehenden Wahlmöglichkeit des Wohnstandortes und des sich ständig erweiternden Angebotes eine massive Abwanderung ein. 

Im Ergebnis des erheblichen Bevölkerungsrückganges waren jedoch die Wohnungsleerstände zu einem unübersehbaren Problem geworden. So stand im Jahr 2004 fast jede vierte Wohnung im Gebiet leer. Die Entscheidung für den Rückbau von Wohnungen war in diesem Zusammenhang auch der Erkenntnis geschuldet, dass die frühere Einwohnerzahl von Prohlis in absehbarer Zeit nicht mehr erreichbar sein würde. So wurden sechsgeschossige Wohnblocks an der Reicker Straße/Prohliser Straße, zehngeschossige Gebäude an der Elsterwerdaer, Vetschauer und Trattendorfer Straße und ein Hochhaus „Am Anger“ zurückgebaut. 2010 wurde das gesamte Wohngebiet „Sternstädtchen“ abgerissen. Die Bewohner sind von dort in den Kernbereich von Prohlis gezogen. Letzte unsanierte Wohnblöcke stehen lediglich noch an der Elsterwerdaer und Finsterwaldaer Straße.
Seit dem Jahr 2012 bleibt die Bevölkerungszahl von Prohlis stabil. Bis 2014 gab es einen Zuwachs von 200 BewohnerInnen.

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Städtebauliche Entwicklung seit der Wende

Seit 1990 wurden umfangreiche Städtebaufördermittel in die Aufwertung des Gebie-tes durch die öffentliche Hand im Rahmen der Programme „Städtebauliche Weiter-entwicklung großer Neubaugebiete“ (StWENG) (1993 - 2003), „Stadtumbau Ost“ (2003 - 2013), Teile Aufwertung sowie Rückbau (2003 - 2009) und „Soziale Stadt“ (2000 - 2015) investiert. Letzteres wurde nach seinem Abschluss 2016 neu gestartet.
Es wurden Gemeinbedarfseinrichtungen saniert oder neu gebaut wie z. B. das Ju-gendhaus Prohlis oder das Kinder- und Jugendhaus „Mareicke“, das Wohnumfeld mit seinem Straßenraum (Gamigstr., Georg-Palitzsch-Str.) oder den öffentlichen Freiflächen oder Bewegungsflächen für Jugendliche (Neubau BMX-Anlage) wurden aufge-wertet.

Die folgende Übersicht vermittelt einen Einblick in die bis zum Jahr 2014 zum Einsatz gekommenen Finanzmittel im Fördergebiet „Soziale Stadt“. Sie erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
 

Fördermittel Programm „Soziale Stadt“ 2000 – 2013 7,1 Mio. EUR
Fördermittel „Modellvorhaben Soziale Stadt“ 2007 – 2013
(Finanzhilfen Bund und Land)
0,7 Mio. EUR
Fördermittel Bund-Länder-Programm und Landessanierungsprogramm
„Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete (StWENG)“
Teilgebiet Prohlis, 1993 - 2003
12,1 Mio. EUR
Fördermittel Programm Stadtumbau-Ost, 2003 - 2013  
Teil Rückbau: 9,5 Mio. EUR
Teil Aufwertung: 1,3 Mio. EUR

 

Programm „LOS“ – Lokales Kapital für soziale Zwecke, 2003 – 2006
“LOS“ wurde aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.
0,2 Mio. EUR
 
private Investitionen (1990 - 2009) ca.
(z. B. Wohngebäudesanierung, Wohnumfeldgestaltung, Neubau von Stadtteilzentren und weiterer gewerblicher und gemeinbedarfsorientierter Einrichtungen)
295 Mio. EUR
 
Gesamtinvestitionen etwa 325,9 Mio. EUR



Aus der Übersicht ist ersichtlich, dass im Gesamtfördergebiet seit Anfang der 1990er Jahre bis 2013 insgesamt etwa 325,9 Mio. EUR an Investitionen getätigt wurden. Der Anteil der mit Städtebauförder- und EU-Mitteln finanzierten Vorhaben beträgt davon ca. 30,9 Mio. EUR.
Dem Einsatz öffentlicher Mittel stehen damit etwa 295 Mio. EUR gegenüber, welche in den vergangenen Jahren von den Wohnungsunternehmen und privaten Eigentümern im Gebiet investiert worden sind.

Quelle:
- STESAD GmbH: Integriertes Handlungskonzept Dresden Prohlis / Am Koitschgraben „Soziale Stadt - Investitionen im Quartier“. Fortschreibung 2014.

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